HISTORIE
Das 600 Jahre alte Haus der jetzigen Hof-Apotheke, Schuhstraße 4 in Braunschweig, hieß im Mittelalter: "to dem roden Crutze", welches so viel bedeutet, wie "Zum roten Kreuz". Das Eigentümerverzeichnis der heutigen Hof-Apotheke geht zurück bis in das Jahr 1409 und bereits 1670 wurde in dem Gebäude in der heutigen Braunschweiger Innenstadt eine wilde Apotheke betrieben.
Da damals eine Vielzahl von wilden Apotheken, so genannten "Kräuterbuden" und "Winkelapotheken", existierten, bat der damalige Apothekenbesitzer Julius Mumme den Herzog August Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel, seine Apotheke zur privilegierten Voll- Apotheke zu erheben.
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Deckenbogen in den Verkaufsräumen |
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"So haben wir seinem (J. Mumme) untertänigsten Suchen gnädigst geruht, ihn zu unsres Fürstlichen Hofes anderen Apothekern allhierzu Braunschweig angenommen und ihm verstattet, dass er nebst den übrigen grossen Apotheken auch die dritte einrichte.„
(Offener Brief vom 06. Juni 1720, von Herzog August Wilhelm und Graf Dehn unterzeichnet.)
1720 wird dieser Bitte nachgegeben und die Hofapotheke darf sich erstmals "privilegiert" nennen. Diese Auszeichnung galt vorerst für 25 Jahre und erhob die Apotheke zur dritten dieser Art im Gebiet Braunschweig-Wolfenbüttel. Damit verbunden war nicht nur das Privileg, den Hof beliefern zu dürfen, es beinhaltete auch Steuervergünstigungen, freie Zölle, und es zog einen Konkurrenz- bzw. Gebietsschutz sowie ein unbedingtes Qualitätsversprechen mit sich, dem sich Mumme verpflichten musste.
Nach einigen frühen Todesfällen der Besitzer und wechselnden Eigentümern und Administratoren, kommt es gegen Ende der 25- jährigen Frist zum Wegfall des Privilegs. Der damalige Besitzer hatte den Zeitpunkt der Verlängerung schlicht vergessen. Nach weiteren 25 Jahren wechselnder Eigentumsverhältnisse erteilt der Herzog dem neuen Besitzer Arend Jacob Wabst am 30. April 1772 erneut das herzögliche Privileg.
Wabst darf nun wieder den Herzog und dessen Hof mit Medikamenten und Arzneien beliefern. Der Name Hof-Apotheke etabliert sich unter anderem auch dank eines weiteren geschäftstüchtigen Besitzers, der bereits um 1830 Mineralwasser herstellt und dieses im benachbarten Kurgarten ausschenkt. 1876 bis 1912 war die Apotheke unter der Leitung der Familie Diesing. 1912 wurde die Hof-Apotheke von dem Apotheker Adolf Geffert, einem Vorfahren der Familie Borgmann, gekauft. 1945 erfolgte die Übernahme durch Elisabeth Retzmann und 1974 pachtete ihre Tochter Doris Lambrecht die Hof-Apotheke. Seit der Heirat mit dem Apotheker Wolfgang Borgmann, im Jahre 1976, steht die Apotheke unter der gemeinsamen Leitung des Ehepaars.

"Das Wissen um die Wirkungsweisen der Arzneien, und die
Eigenschaft, Menschen helfen zu wollen, zeichnet einen
guten Apotheker aus." – Wolfgang Borgmann
Heute wie damals wird der Inhalt jeder Flasche BORGMANN per Hand angesetzt. Hinter dieser aufwendigen Manufakturherstellung steht ein Qualitätsanspruch, den der Genießer bereits beim ersten Schluck erleben kann. Denn sobald sich die Kräuteressenzen im Mund entfalten und ihr Aroma abgeben, versteht man, warum BORGMANN heute immer noch so besonders ist. Es ist der Geschmack, der BORGMANN so unverwechselbar macht. Ein Grund dafür ist die Manufakturherstellung, bei der die Spirituose mit einem Portioniertrichter abgefüllt, per Hand gewogen, anschließend
versiegelt und verpackt wird. Der Produktionsprozess selbst nimmt
allein ganze zehn Tage in Anspruch. Die Substanz muss nach
Vermischung von Alkohol und Kräuteressenzen gekühlt ruhen, damit
sich die feinen Kräuteressenzen entfalten und nach und nach langsam am Boden des Kanisters sammeln.
Nach der so genannten Reife kann der Kräuterlikör gefiltert und
abgefüllt werden. Die Menge und Konzentration der Kräuter ist dabei
entscheidend für den ausgewogenen Geschmack von BORGMANN.
Obwohl die Rezeptur und das Herstellungsverfahren stets mündlich
vererbt und weitergegeben wurden, ist die Qualität bis heute
unverändert. Man schmeckt den Unterschied zu industriell hergestellten Spirituosen sofort. Diesen Unterschied bemerkten auch die beiden Söhne Jan und Hendrik Borgmann. In ihrem Freundeskreis wuchs das Interesse für die Spirituose der Familie.
War der Likör früher nur ein Geschenk für Geschäftsfreunde und Kunden der Apotheke, kam es immer öfter vor, dass einige Flaschen zu Parties, Feiern und anderen Anlässen mitgebracht wurden. Denn wer kann schon von sich behaupten, dass er über eine eigene, mehr als hundert Jahre alte und zudem gänzlich von Hand hergestellte Familienspirituose verfügt?
Durch die anhaltend positive Resonanz entstand im Sommer 2005 das feste und mutige Vorhaben, BORGMANN Kräuterlikör auch einer
größeren und vor allem jüngeren Verwenderschaft zugänglich zu
machen und mit einem neuen Design ein hochwertiges Produkt für das 21. Jahrhundert herzustellen. Nachdem das Design der Flaschen vorsichtig "entstaubt" wurde, stand dank viel Enthusiasmus und unzähliger Stunden Arbeit, im Frühjahr 2006 die erste Edition BORGMANN Kräuterlikör auf dem Tisch.
Der Standortfaktor Berlin, der mittlerweile als Wohnsitz und
Inspirationsquelle der Beteiligten dient, bot dafür einen kreativen
Nährboden. Hier wurden die ersten Bars und Stores gefunden,
die BORGMANN auf sich einschwören konnte. Und da Berlin für
Kreativität, Wandel und Internationalität bekannt ist, soll BORGMANN
von hier aus in andere Metropolen gelangen.

